Studienaufbau und -planung in der Anfangsphase

Der Ablauf des Geschichtsstudiums in den verschiedenen Studiengängen wird von den Fachstudien- und Prüfungsordnungen rechtlich bindend geregelt. Die intensive Lektüre dieser Dokumente wird allen Studierenden dringend empfohlen. Die dort verfügten Bestimmungen lassen jedoch noch relativ große Freiheiten zur individuellen Gestaltung Ihres Studiums:

Grundlagen- und Orientierungsphase

Am Anfang des Studiums steht die sogenannte Grundlagen- und Orientierungsphase, in der Sie allgemeine Kenntnisse zu Inhalten des Fachs und seinen Arbeitsweisen erwerben. Diese Phase schließt nach zwei Semestern mit der Grundlagen- und Orientierungsprüfung (GOP) ab. Die GOP wird im Fach Geschichte studienbegleitend abgelegt, d.h. sie gilt als bestanden, wenn nach zwei (max. drei) Semestern zwei (BA, Lehramt Gymnasium) bzw. ein (Lehramt Real-, Haupt und Grundschule) Basismodul im Gesamtumfang von 20 bzw. 10 ECTS-Punkten erfolgreich absolviert wurden.

Ein Basismodul besteht prinzipiell aus einer epochenbezogenen Überblicksvorlesung und einem Proseminar. Im BA-Studium und im Studium der Geschichte für das Lehramt Gymnasium müssen diese beiden Veranstaltungen aus derselben Geschichtsepoche gewählt werden. Ein vollständiges Basismodul in diesen sog. "vertieften" Studiengängen wäre also z.B. die Kombination aus der Überblicksvorlesung Alte Geschichte und einem Proseminar aus dem Veranstaltungsangebot der Alten Geschichte.

In den sog. "nicht vertieften" Lehramtsstudiengängen für Real-, Haupt- oder Grundschullehramt ist hingegen eine Verschränkung von zwei Epochen im Basismodul vorgeschrieben. Hier sind entweder die Alte und die Mittelalterliche oder die Frühneuzeitliche und die Neueste Geschichte mit einander zu kombinieren. Für ein korrektes "Basismodul RGH" im nicht vertieften Lehramtsstudium kann also z.B. die Überblicksvorlesung in der Neuesten Geschichte mit einem Proseminar zu einem Thema der Frühen Neuzeit oder umgekehrt kombiniert werden. Nicht zulässig ist hingegen z.B. die Verbindung der genannten Überblicksvorlesung mit einem Proseminar der Neuesten Geschichte. Dieselben Kombinationsvorschriften gelten analog für die Alte und die Mittelalterliche Geschichte.

In welchen Geschichtsepochen Sie die Basismodule für Ihre GOP absolvieren möchten, ist ganz Ihrer persönlichen Entscheidung überlassen. Bitte beachten Sie aber bei Ihrer Studienplanung, dass manche Veranstaltungen nicht in jedem Semester angeboten werden. Insbesondere die Überblicksvorlesungen folgen so einem bestimmten Veranstaltungsrhythmus: Die Überblicksvorlesungen der Alten und der Mittelalterlichen Geschichte werden immer im Wintersemester, die Überblicksvorlesungen der Frühneuzeitlichen und der Neuesten Geschichte im Sommersemester angeboten.

Für die Belegung der einzelnen Veranstaltungen innerhalb eines Basismoduls gibt es keine Vorschriften. Beide Veranstaltungen können sowohl gleichzeitig oder in beliebiger Reihenfolge über zwei Semester verteilt besucht werden. Ebensowenig gibt es Vorgaben hinsichtlich der inhaltlichen Themen der Proseminare. Hier können Sie sich - unter Beachtung der Epochenzuordnung - bei der Auswahl einzelner Veranstaltungen von Ihren eigenen Interessen leiten lassen. Die Zuordnung einzelner Veranstaltungen zu Epochen ist aus der Gliederung im Vorlesungsverzeichnis eindeutig ersichtlich.

Weitere Veranstaltungen im ersten Studienjahr

Neben den Wahlpflichtmodulen, die für die Ablegung der GOP erforderlich sind, ist in den ersten zwei Fachsemestern der Besuch des Moduls "Methodische Grundlagen" vorgeschrieben. Das Modul besteht aus zwei Veranstaltungen des Typs "Praxisübung", von denen eine zum Themenfeld "Quellen und Hilfswissenschaften" (Typ I) und eine zum Themenfeld "Quellen, Theorie und Methoden" (Typ II) zu belegen ist. Eine der beiden Praxisübungen ist zudem im Bereich der Alten oder der Mittelalterlichen Geschichte, die andere Praxisübung im Bereich der Frühneuzeitlichen oder der Neuesten Geschichte zu belegen.

Weitere verpflichtende Vorgaben zur Gestaltung des ersten Studienjahres bestehen nicht, jedoch ist es sinnvoll,  bereits in dieser frühen Studienphase weitere Bestandteile des (Geschichts)-Studiums, wie etwa die Schlüsselqualifikationen oder den fachspezifischen Wahlpflichtbereich, im Auge zu behalten. Nehmen Sie diese Pflichtbestandteile Ihres Studiums rechtzeitig in Angriff, um später nicht in Zeitnot zu geraten.

Spracherwerb

Studierende, die bei der Einschreibung noch nicht die spezifischen Sprachanforderungen des Geschichtsstudiums erbracht haben, sollten sich möglichst vom ersten Studiensemester an um den Erwerb der entsprechenden Nachweise kümmern. Dies betrifft insbesondere den Nachweis von (gesicherten) Lateinkenntnissen, die für den BA- und den gymnasialen Lehramtsstudiengang verpflichtend vorgeschrieben sind. Der Nachweis dieser Sprachkenntnisse ist in beiden Studiengängen bindende Voraussetzung für die Zulassung in den Proseminaren der Alten und der Mittelalterlichen Geschichte. Studierende in den "nicht vertieften" Lehramtsstudiengängen (Real-, Haupt- und Grundschule) müssen keine Lateinkenntnisse nachweisen.

Betroffene Studierende, die bei Studienstart noch über keine Lateinkenntnisse verfügen, können diese in einem zweisemestrigen Sprachkurs studienbegleitend an der Universität nachholen. Informationen zu diesem Angebot finden Sie auf den entsprechenden Webseiten des Lehrstuhls für Mittellateinische Philologie. Bitte kümmern Sie sich möglichst früh um Ihre Anmeldung. Es werden nur Anmeldungen akzeptiert, die vor Ablauf der ersten Vorlesungswoche eingehen!

Neben Latein schreiben die Fachstudienordnungen der Geschichte den Nachweis von Kenntnissen einer oder zweier moderner Fremdsprachen vor. Dieser Nachweis kann über das Abiturzeugnis (mind. 3 aufeinanderfolgende Jahre Schulunterricht im betreffenden Fach mit mindestens ausreichender Zeugnisnote) erbracht werden oder durch entsprechende Sprachkurse am Sprachenzentrum der Universität. Die in Sprachkursen erworbenen ECTS-Punkte können zumeist als Schlüsselqualifikation für das Fachstudium angerechnet werden.